Mundart-Boom durch PISA-Hysterie

Blick am Abend in Mundart


Die Revolution schreitet voran: Kürzlich erschien eine ganze “Blick am Abend” Ausgabe in Schweizerdeutsch. Auch die Swatch Group publizierte ihren Geschäftsbericht in verschiedenen Dialekten.

Um die Jahrhundertwende wurden im Rahmen der PISA-Tests Schulleistungen international verglichen. Schweizer Schüler brillierten nicht in allen Disziplinen. Lehrerschaft und Politik reagierten mit den PISA-Folgemassnahmen. Darunter beispielsweise die Einführung von der Hochdeutsch im Kindergarten und der konsequenten Anwendung ab der Primarstufe.

Mundart-Boom durch zwei Trends

Kurz darauf erlebte die Mundart einen neuen Boom. Cool ist, was man in der Schule nicht darf. Schwiizerdütsch ist seither wieder hip. Eigentlich mit fatalen Konsequenzen, welche wohl die Vorstellungskraft der Pädagogen sprengte. Heute werden bereits EMails in Mundart verfasst. Begonnen hat der Trend jedoch mit dem Aufkommen der SMS und der Verbreitung der Mobiltelefonen in den Schulen. Es ist heute noch spannend zu verfolgen, wer in welchen Situationen welchen SMS-Inhalt in welche Sprache verfasst.

Hochdeutsch-Offensive ausgebremst

Die Kraft der Mundart ist ungebrochen. Statt dass Schwiizerdütsch zu verbannen, wurde es durch die Massnahmen geradezu beflügelt. Die Strategie des Lehrerdachverbandes LCH ist grandios gescheitert. In den Schulzimmern wird zwar Hochdeutsch gesprochen, doch das Durcheinander ist grösser als je zuvor. Mundart und Schriftsprache werden zunehmend vermischt. Mundart setzt sich in der schriftlichen Konversation per SMS und immer öfters auch in Emails durch.

Dieser Blog gehört zu einer Serie über unsere Mundart (vgl. Tag “Schwiizerdütsch”).