Séjour à Genève

Quelle chance de vivre dans un pays qui offre une telle diversité ! Auch wenn es fast täglich bemühend ist, die Romands und die Tessiner auch noch an Bord zu holen (nicht weil man nicht will, sondern weil einfach die Zeit fehlt), so ist das Bewusstsein doch tief verankert, dass unser Land aus dieser Vielfalt doch unglaubliche Kräfte mobilisiert. Da wir uns täglich selber integrierten (müssen), sind wir empathischer, flexibler, innovativer und kompromissbereiter als manch andere Weltenbürger. Nun, ich war auf Romandie-Entzug seit ich in Zürich arbeite. Eine trostlose Sache die geändert werden musste. Darum arbeite ich diese Woche aus Genf.

Tag 1: Am Morgen ging es schnellstens in die Boulangerie für eine Wochenration „Pain au Chocolat“. Danach direkt ins Büro über den Dächern von Genf. Während im multinationalen Genf bisher das Chauderwelch dominierte, quasselt es nun alles auf Französisch. Am Mittag bin ich schon etwas „geschafft“. Aber man isst hier gut und gerne. Das baut schnell wieder auf. Am Abend galt es die Stadt zu entdecken. Dabei fiel einiges auf: Vorurteile die man mitbringt und Dinge die erst auffallen, wenn man es in einer anderen Sprache hört. Warum nun heisst es im Restaurant Monsieur et (après) Madame XY? Im Brief kommt aber die Madame vor dem Monsieur? Sei‘s drum. In Genf gibt es auch Brücken unter der Last der Autos gemeingefährlich vibrieren. Und es gibt wohl ähnlich viele Schweizerflaggen wie in Luzern, obschon mich alle warnten, dass die „Republique de Genève“ irgendwie nicht dazu gehöre, bzw. dazugehören will.

Am Abend bin ich froh überlebt zu haben. Ich wurde lediglich zweimal fast über den Haufen gefahren von diesen autoverrückten Franzosen (ja, Franzosen, nicht Romands oder Genfer). Das Französisch kommt langsam wieder. Nervig ist einzig die Blaumeise, die in grosser Regelmässigkeit in meine Scheibenfront fliegt.

Frankreich bald mit Rentenalter 70?

François Hollande, Französischer Staatspräsident, bekämpfte Nicolas Sarkozys Rentenreform mit markigen Worten. Nun ist der Sozialist Hollande in der Regierungsverantwortung. Und was tut er? Was muss er tun? Er schlägt eine Rentenreform vor, die weiter geht als jene von Sarkozy. Neu soll man in Frankreich 44 Jahre lang Beiträge zahlen, um eine volle Rente zu erhalten. Was das ausgedeutscht bedeutet ist klar: Rentenalter 70! Denn die Ausbildung – bei Studenten bis rund 26 Jahren – zählt nicht.

Pläne von Sozialminister Berset

Und was passiert in der Schweiz? Bundesrat Alain Berset präzisierte seine Art der Rentenreform ebenfalls diese Woche. Kernstück: Ein Referenzrentenalter 65 von Mann und Frau. Zur Ausfinanzierung der Lücke soll die Mehrwertsteuer um 2% erhöht werden und zusätzlich die Bundesausgaben an die AHV angepasst werden (aktuell sind bereits rund 10 Milliarden von 40 Milliarden der AHV-Jahresausgaben durch den Bund und damit nicht durch die Sozialpartner finanziert).

Länger arbeiten als Selbstverständlichkeit 

Auch wenn Bersets Pläne einzelne gute Ansätze beinhalten (Senkung Umwandlungssatz, Einführung eines Referenzrentenalters), ist die Reform doch mutlos. Ganz abgesehen davon, dass die Schweiz mit Steuererhöhungen die Kaufkraft und die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet, muss doch ein anderer Aspekt hervorgehoben werden: Wir werden älter und sind auch immer länger gesünder. Da ist es doch nur vernünftig und legitim, dass wir auch länger arbeiten! Heute kommen 4,5 Erwerbstätige für das Einkommen eines Rentner auf. In 20 Jahren werden weniger als zwei Beitragszahler einen Rentner finanzieren müssen, wenn nicht auch das Schweizer Rentensystem endlich der Realität angepasst wird!

Reaktion der CVP

Reaktion der FDP

Reaktion der SP

Reaktion der SVP

Vorfreude

Jeanneau 49 DS
Jeanneau 49 DS

Vorfreude ist wahrlich die schönste Freude. Irrational aber doch wahr. Oder wie erklärt man sich sonst die Stimmung, wenn man Tage vor den Ferien mit Reiseführer, Karten und Bier über der Tastatur brütet? Eigentlich ist man nur kaputt und will ins Bett. Schliesslich galt es noch rasch Dies und Das im Büro abzuschliessen. Dann war da noch die Wäsche. Der Coiffeur. Wer kennt das Spiel nicht. Und trotzdem: Die Vorfreude motiviert und stachelt dazu an, sogar in Tram mit zwei Stricklein noch den einen oder anderen Konten zu perfektionieren. Was soll’s. Im Flugzeug kann man auch noch schlafen!

Unerreichbar auf See

Ich habe mich bald durchgekämpft und das Ziel erreicht. Wir kreuzen aktuell (der Blogeintrag ist vorfabriziwert) mit einer aussergewöhnlichen Crew auf dem Mittelmeer und geniessen das Leben. Die Kombination aus Boot, Team und Segelrevier verspricht unvergessliche Ferien. Voller Zuversicht schlürfe ich das Bier aus, beantworte noch die beiden Mails und denke das erste Mal ans packen.

Gewerkschafts-Millionen

Unia blockiert die Dättwiler Spar Filiale

Die Gewerkschaften gefallen sich in der Rolle des Underdog. Sie zelebrieren und inszenieren ihre Rolle als Robin Hood gegen angeblich ausbeuterischen Arbeitgeber. Kritisch hinterfragt wird dieses Selbstbild der Gewerkschaften selten. Wieso eigentlich?

Lobbyorganisation

Die Unia ist mit knapp 200’000 Mitgliedern die grösste Schweizer Gewerkschaft. Sie beschäftigt ein Heer von Mitarbeitern. Insgesamt 900 Mitarbeiter sind in 14 Regionen, 40 Sektionen und total 90 Sekretariaten tätig. Dazu kommen rund 10’000 Vertrauensleute in den Betrieben. Die Hauptaufgabe besteht im Management von rund 270 Gesamtarbeitsverträgen in rund 100 Branchen. Die Unia fungiert aber auch als grösste Arbeitslosenkasse, als Lobbyorganisation und engagiert sich in der Weiterbildung der Werktätigen. Zudem gibt die Unia 14-täglich  eine eigene, dreisprachige Zeitung heraus. Dazu kommen periodische Spezialpublikationen die in Portugiesisch, Spanisch, Serbisch/Kroatisch, Albanisch und Türkisch erscheinen – die Unia tut also auch aktiv etwas für die Integration, schliesslich betitelt sie sich selber als “grösste Organisation der Migrantinnen und Migranten der Schweiz”.

Geldmaschine

Mitgliederbeiträge der Unia
Die Mitgliederbeiträge bei der Unia sind linear – bis zu einer Obergrenze von 6500 Franken Einkommen. Ergo: Die Reichen werden bevorzugt. Eine Progression kennt die Unia nicht. Im Gegenteil.
Quelle: https://www.unia.ch/Mitglied-werden-Beitrittsfor.2947.0.html?&no_cache=1

Die Unia hat ein Budget von 132 Millionen Franken. Damit ist sie eine der grössten (wenn nicht die grösste) Lobbyorganisationen der Schweiz. Oder anders gesagt: Pro Mitglied stehen über 660 Franken zur Verfügung. Doch woher kommt dieses Geld? Die Mitglieder bezahlen je nach Einkommen monatlich zwischen 10.60 Franken (Arbeitsloser) und 50.80 Franken (Löhne ab 6500 Franken). Progressiv ist der Tarif nicht. Im Gegenteil. Dank einer Obergrenze profitieren gerade die Reichen. Ob jemand 6500 Franken oder 12’000 Franken verdient, ist der ach so solidarischen Unia offensichtlich egal – beide Zahlen dem Maximalbeitrag von 50.80 Franken. Geschätzt ein Drittel der Einnahmen stammt von den Arbeitgebern oder Dritten: Aus Vergütungen und Entschädigungen.

Moralinstanz

Transparenz ist etwas für die anderen. Die Unia klagt lieber an, statt mit guten Beispiel voran zu gehen. Das beginnt beim der eigenen Rechnung und angeblichem 2,5 Millionen-Budgetposten für Politkampagnen. Es endet bei den Löhnen der Mitarbeitern in den Gewerkschaftshotels im Besitz der Unia. Kürzlich wurde aufgedeckt, dass gleich mehrere Gewerkschaften in verschiedenen Hotels ihre eigenen Forderungen nach einem Mindestlohn von 4000 Franken ignorieren. Die Begründung eines Hotel-Direktors für Löhne von 3400 Franken war denn auch glasklar:  «In der aktuellen Situation wären höhere Löhne ein Problem.».

Sozialistische Perspektivlosigkeit

Eine ganze Reihe von Initiativen verspricht die sozialpolitische Wende. In den kommenden Jahren steht uns ein Abstimmungsmarathon der Umverteilungsideologen bevor. 1:12-Initiative, Mindestlohn-Initiative, Einführung von Einheitskrankenkasse und Erbschaftssteuern, Abschaffung der Pauschalbesteuerung, AHVplus sind nur die Namen der nationalen Vorlagen. Ziel ist es, Bürger und Unternehmer zu entmündigen und unter staatliche Aufsicht zu stellen. Ziel ist, wie es wörtlich heisst, „Besitz, Einkommen und Chancen“ neu zu verteilen. Die Rhetorik erinnert dabei stellenweise an den Klassenkampf von einst: Kapitaleinkommen vs Arbeitseinkommen. In der linken Optik sollen verfassungsmässige Freiheitsrechte der Bürger und der Unternehmen unter dem Deckmäntelchen der „Volkssouveränität“ (Spielregeln durch das Volk bestimmen) eingeschränkt werden. Staatliche Bevormundung und Verbote sollen Selbstbestimmung ablösen. Der fürsorgliche Überwachungsstaat tritt anstelle von Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Gleichmacherischer Einheitsbrei ersetzt produktive Vielfalt. Wo das Hinführt können wir zum Beispiel in Frankreich oder Griechenland sehen. 35-Stundenwoche, bürokratischer Arbeitsmarkt, Mindestlöhne etc. führen nicht zu einer höheren Lebensqualität oder einem besseren Lebensstandard – ganz im Gegenteil. 60% Jugendarbeitslosigkeit wiederspiegeln die Perspektivlosigkeit sozialistischer Politik. Wo man hier Hoffnung schöpft oder eine bessere Welt ausmacht, bleibt wahrlich schleierhaft. Eine sozialistische Wende, unter welchem Deckmantel auch immer, führt unweigerlich in die wirtschaftliche Misere, den gesellschaftlichen Niedergang sowie in den Staatsbankrott. Diese Sackgasse sollte die Schweiz nicht einschlagen.