Thurgau Tourismus Botschafter

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Tagaus, taBadehäuschengein wird man als Ostschweizer (den Thurgauer erkennt man westlich und südlich von Limmat und Linth nicht) angemacht. Insbesondere dann, wenn man die Schönheit aber auch jeden anderen Aspekt des Thurgi preist. Trotzdem: Man tut es gern und ich streiche gern stolz meine Heimat hervor. Gerade weil ich seit über 10 Jahren in Bern und Zürich eine Art “Entwicklungshilfe” leiste. Umso mehr freut es mich zum Botschafter des Thurgau im Rahmen der Kampagne “Typisch Thurgau” gewählt worden zu sein. Merci für die Ehre!

Link zu den Botschaftern

 

 

Mundart-Boom durch PISA-Hysterie

Blick am Abend in Mundart

Die Revolution schreitet voran: Kürzlich erschien eine ganze “Blick am Abend” Ausgabe in Schweizerdeutsch. Auch die Swatch Group publizierte ihren Geschäftsbericht in verschiedenen Dialekten.

Um die Jahrhundertwende wurden im Rahmen der PISA-Tests Schulleistungen international verglichen. Schweizer Schüler brillierten nicht in allen Disziplinen. Lehrerschaft und Politik reagierten mit den PISA-Folgemassnahmen. Darunter beispielsweise die Einführung von der Hochdeutsch im Kindergarten und der konsequenten Anwendung ab der Primarstufe.

Mundart-Boom durch zwei Trends

Kurz darauf erlebte die Mundart einen neuen Boom. Cool ist, was man in der Schule nicht darf. Schwiizerdütsch ist seither wieder hip. Eigentlich mit fatalen Konsequenzen, welche wohl die Vorstellungskraft der Pädagogen sprengte. Heute werden bereits EMails in Mundart verfasst. Begonnen hat der Trend jedoch mit dem Aufkommen der SMS und der Verbreitung der Mobiltelefonen in den Schulen. Es ist heute noch spannend zu verfolgen, wer in welchen Situationen welchen SMS-Inhalt in welche Sprache verfasst.

Hochdeutsch-Offensive ausgebremst

Die Kraft der Mundart ist ungebrochen. Statt dass Schwiizerdütsch zu verbannen, wurde es durch die Massnahmen geradezu beflügelt. Die Strategie des Lehrerdachverbandes LCH ist grandios gescheitert. In den Schulzimmern wird zwar Hochdeutsch gesprochen, doch das Durcheinander ist grösser als je zuvor. Mundart und Schriftsprache werden zunehmend vermischt. Mundart setzt sich in der schriftlichen Konversation per SMS und immer öfters auch in Emails durch.

Dieser Blog gehört zu einer Serie über unsere Mundart (vgl. Tag “Schwiizerdütsch”).

JA zur Abschaffung der Wehrpflicht

Irgendwann in einer Uni-Vorlesung hört man etwas von einer Führungsspanne und dem Kongruenzprinzip. Letzteres leuchtet sofort ein. Wer einer Person eine Aufgabe überträgt, sollte ihr zur korrekten Auftragserfüllung auch die entsprechenden Verantwortung und die notwendigen Kompetenzen dafür geben. Die Führungsspanne, das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und direkt unterstellten Mitarbeitern, bleibt dabei etwas schwammig, gerade auch weil die Wissenschaft dazu umstritten ist. Theorie bleibt halt Theorie.

AHA-Effekt im Berufsleben

Sobald man selber die ersten Mitarbeiter führt, begreift man schnell was mit der Führungsspanne gemeint ist und wie wichtig diese ist. Man begreift auch, wieso die Wissenschaft nur Grundsätze liefert: Da sich jedes Projekt unterscheidet, machen auch unterschiedliche Führungsspannen einen Sinn. Das ausgleichende Mittel welches vor eine Überlastung des Chefs verhindert ist das bekannte Kongruenzprinzip.

Veraltete Führungsphilosophie im Militär 

Offenkundig wird das Ganze im Militär. Die total veraltete Führungsstruktur mit weit über zehn Hierarchiestufen macht die Organisation ineffizient. Das Hauptproblem dabei ist die starre und gleichzeitig sture Linienorganisation ohne Flexibilität. Der Informationsfluss wird mehrfach unterbrochen, x-fach verzögert und oft unabsichtlich verfälscht. Weil das Kongruenzprinzip mit Füssen getreten wird, wird leider auch selten da entschieden, wo das Wissen vorhanden wäre. Kurz und knapp: Die Armee steht sich selber im Weg. Offenbar ist die Ressource “Soldat” so wenig wert, dass man sie verschwenden kann. Das ist umso erstaunlicher, weil die Armeeführung im Grundsatz durchaus verstanden hat, wie wertvoll die Miliz und die Fähigkeiten sind, welche die “Zeitsoldaten” aus dem Zivilleben in die Armee einbringen.

Abschaffen der Wehrpflicht

Eine glaubwürdige und starke Armee braucht nicht nur genügend und kompetente “Soldaten”. Eine glaubwürdige Armee braucht auch eine moderne Führungsphilosophie, um ihr Potential zu nutzen. Wenn mit der Abschaffung der Wehrpflicht die Armee den Wert ihrer wichtigsten Ressource – die Soldaten – neu überdenken muss, führt das mittelfristig vielleicht auch zu einer längst überfälligen Anpassung der Strukturen. Um gute Kader und Soldaten zu verpflichten, muss die Armee die freiwillig Dienstleistenden marktgerecht entschädigen und – vielleicht fast wichtiger – diese (endlich) sinnvoller einsetzen.

Darum ein JA zur freiwilligen Miliz als Auftrag an die Armeespitze endlich im 21. Jahrhundert anzukommen und eine Armee zu schaffen, die tatsächlich die “beste der Welt” ist.

Miliz ist das Entscheidende!

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Die Miliz stellt sicher, dass in der Armee überhaupt etwas funktioniert. Dank der Eigeninitiative und der zivilen Schreinerausbildung werden Herausforderungen gelöst. Vermutlich ist aber auch er ein zur “Freiwilligkeit gezwungener”.

Ich leiste derzeit (endlich) meine letzten Tage in unserer netten kleinen Armee. Der ideale Ort und die ideale Zeit mir endlich klar zu werden, was ich am 22. September zur Abschaffung der Wehrpflicht stimmen werde.

Die Sache mit der Bürgerpflicht

Ich bin noch immer gefangen in einer der besten politischen Diskussionen der letzten Jahre: Die scharfsinnige, engagierte Debatte am Kongress der Jungfreisinnigen Schweiz. Dabei dreht sich im Kern alles um zwei Grundsatzfragen.

a) Wie stark darf der Staat in die Freiheit der Bürger eingreifen?

b) Funktioniert eine Armee mit einer freiwilligen Miliz?

Erkenntnis nach einer Woche KVK

Nach der ersten Woche KVK lässt sich mit absoluter Sicherheit nur eines sagen: Das entscheidende ist die Bewahrung des Milizgedankens in der Armee – ob die Miliz freiwillig ist oder nicht, bleibt offen. Denn sind wir einmal ehrlich: Ohne Dienstpflicht wäre ich nie in der Armee. Ohne eine gewisse Freiwilligkeit die wir mitbringen, hätte ich (und quasi der ganze Stab) letzte Woche gar nichts zu Stande gebracht. Das beginnt am Montagmorgen: Die Armee erwartet, dass Leute mit dem PW einrücken und die ersten Zwipfsäckli mit dem Privatfahrzeug in der ganzen Ostschweiz verteilen (schliesslich liegen die Logistikbasen an mehreren Orten…). Und so geht es eigentlich die ganze Woche weiter. Hätte ich nicht den privaten Laptop und den privaten Internetzugang dabei, wäre nichts nichts erledigt. Nach einer Woche gibt es faktisch zwei funktionierende PC und zwei Drucker für den ganzen Stab. Gottlob durfte ich bei einer privaten Anwaltskanzlei gratis drucken. Ab Morgen haben wir für unsere Propagandaauftrag auch eine private Spiegelreflexkamera zur Verfügung und graben die nächsten Thurgauer Firmen an, ob sie nicht für uns Drucken könnten.

Vogel-Strauss-Zugfahrer

Der Pendler leidet heute unter einem grossen Übel. Es sind aber nicht die Viren und Bazillen. Dagegen helfen Vitaminbomben. Es sind auch nicht die überfüllten Züge in Stosszeigen – daran ist man sich gewohnt und man weiss, dass man “Teil des Problems” ist. Die kreischenden Tussis, die rumtobenden Kinder oder die redseligen alten Damen kann man meistens “abschalten”. Dagegen hilft der Ipod zuverlässig. Falsch denkt auch, wer an den liegengelassenen Müll unserer wohlstandsverwahrlosten Gesellschaft oder die Bahnsecurity denkt, die am liebsten im Erstklasswagen sitzt. Nein, all das sie Nebensächlichkeiten.

Vogel-Strauss-Zugfahrer

Was wirklich stört sind die Novizen, die Greenhörner, die Debutanten, die Ferienmacher – und die Autofahrer die sich auf ein Person verirrten. Nichts nervt mehr als die völlig überforderten Mitreisenden die Bahnsteige blockieren, Rolltreppen belagern und planlos in der Gegend stehen. Auf die Spitze treiben es die Vogel-Strauss-Zugfahrer. Für diese Abart dreht sich das ganze Universum nur um sie selber. Es sind jene, die beim Einsteigen drängeln wie Deppen. Wenn sie selber auf der Plattform im Zug stehen, verharren sie umgehend. Weiterlaufen? Ein Fremdwort. Platz schaffen? Wieso auch, “ihr” Problem ist gelöst. Mitmenschen? Soweit scheint der Horizont nicht zu reichen. Genau diese Spezies ist es auch, die beim Aussteigen direkt erstmal felsenfest stehenbleibt. Exakt dort, wo 25, 50, 75 weitere Personen auch noch gerne innert nützlicher Frist aussteigen würden. Steckt ihr eigener Kopf mal an der Luft, vergessen sie alles um sich herum.